Horst Schwebel, 1989

Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Schwebel, Philosoph

Martyrium I von 1989, Tempera auf Nessel, 235 × 200 cm
Martyrium II von 1989, Tempera auf Nessel, 235 × 190 cm
Katalogtext von Horst Schwebel für die Ausstellung „Der Geschundene Mensch“ zum 750jährigen Jubiläum des Frankfurter Bartholomäus-Domes. Die Ausstellung ist eine Veranstaltung des Dom-Museums in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Frankfurt /Main. August 1989

...Das Rad und das Martyrium sind zwei Momente, die Barbara Heinisch in ihren Katharina-Bildern aufgegriffen hat. Das Grundprinzip bleibt die ihr eigentümliche Malerei im Dialog mit dem Partner bzw. der Partnerin hinter der Leinwand. Doch das besondere Thema führt auch zu einer besonderen malerischen Verwirklichung. So begegnet diesmal ein nächtlicher Farbklang, vor dessen Dunkel braune, violette, weiße und rote Farbtöne zum Vorschein kommen. Während sich das Braun aus dem Nächtlichen kaum abhebt und immer unter seiner Hülle verschlossen zu bleiben scheint, fällt dem Weiß als Handlungsfarbe verstärktes Gewicht zu. Violett wird sparsam als Farbe des Schmerzes und des Geheimnisses eingesetzt. Der rote Körper ist jeweils die Identivikationsfigur des Martyriums. Er steht in beiden Bildern zentral und wird von den übrigen Körperschemen und -schatten flankiert.
Die Sprache der Körperhaltung und der Gebärden umkreist den Gedanken des Martyriums und deutet es als Sieg über Schmerz und Trauer, als sich Ausstrecken in die Höhe, sogar als umkreisenden Tanz. Das Thema "Rad", das mit Katharina ohnehin verbunden ist, bleibt nicht ein Instrument der Marter, sondern wird in Gestalt der kreisenden Bewegung der Körper zum Symbol der Überwindung.
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Martyrium I 1989

Martyrium II 1989